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Interessenvertretung der KMU

 

Außer der gewöhnlichen Vertretung von kleinen Unternehmen im Normungsprozess, muss NORMAPME auch manchmal jenseits des Forums der Arbeitsgruppen intervenieren und einige Veränderungen innerhalb der Funktion der Normungsinstitutionen oder Technischen Ausschüssen fordern. Diese Situationen tauchen für gewöhnlich als Ergebnis einiger verfahrenstechnischer Mängel oder unangemessener Anpassung des Normungssystems an die Bedürfnisse der KMU auf.

Unten finden Sie einige unserer Bedenken, welche unsere Intervention veranlassten.

 

  • Dünne mehrschichtige Dämmprodukte
NORMAPME wurde auf einige Probleme für KMU Hersteller aufmerksam, welche aus den neuesten Entwicklungen sowohl in EOTA als auch in CEN WG bezüglich der Tests für mehrschichtige Dämmprodukte resultierten. Diese Dämmstoffe, welche ausschließlich von KMU hergestellt werden, sind eine innovative Art von Dämmung, welche aus Lagen reflektierender Schichten hergestellt wird, welche mit synthetischer Watte und Schaumstoff gefüllt sind. Sie dämmen hauptsächlich durch Strahlung, im Gegensatz zu traditionellen Massen-Dämmprodukten (wie zum Beispiel Mineralwolle oder Polyurethanschaum) welche durch niedrige Leitfähigkeit wirksam sind.

Im März 2007 fand eine Plenarsitzung in CEN TC 89 “Wärmeleistung von Gebäuden und Gebäudeteilen” statt. Sie wurde dominiert von Vertretern großer Industrien und großer nationaler Labore, und es waren außer NORMAPME, die den Beobachtungsstatus innehatte, keine Vertreter der KMU anwesend. Wir haben neue Erkenntnisse präsentiert, welche die Unangemessenheit traditioneller Tests bewiesen. Daher setzten wir uns auch für neue, stärker relevante Testmethoden ein. Der Kompromiss, mehrschichtige Materialien von den vorhandenen Tests auszuschließen, wurde jedoch mit einer Mehrheit von 12 zu 0 abgelehnt.

Am 16. April 2007 organisierte NORMAPME parallel mit der KMU Konferenz, welche in Stuttgart stattfand, ein wissenschaftliches Kolloquium, um Forschungsergebnisse für dünne mehrschichtige reflektierende Dämmprodukte zu veröffentlichen, und um ein Forschungsprogramm über diese Produkte zu starten. Einige Labore gemeldeter Stellen, welche aus dem Kreis EOTA kamen, präsentierten während dieser Veranstaltung ihre Ergebnisse über Tests mehrschichtiger Dämmmaterialien, welche mit standardisierten Tests verglichen wurden. Laut BM Trada (UK), SFIRMM (Syndicat Français des Isolants Reflecteurs Minces Multicouches – Mitglied von NORMAPME - FR), Sheffield University (UK) und dem Labor IBP Frauenhofer Institut (Deutschland), dämmen dünne mehrschichtige Dämmprodukte besser. Ihre Ergebnisse bestätigen, dass traditionelle Tests auf herkömmliche Produkte anwendbar sind, jedoch nicht auf innovative Produkte, welche auf Reflexion und nicht Leitvermögen basieren.

Trotz dieser Erkenntnisse scheinen EOTA und CEN TC 89 diesen neuen wissenschaftlichen Nachweis nicht akzeptieren zu wollen, sehr wahrscheinlich, um große Hersteller zu begünstigen, die traditionelle Dämmprodukte herstellen. Sicherlich sind Tests unter wirklichen Konditionen repräsentativer, könnten jedoch nicht die am besten passenden Tests sein, da sie einen speziellen Aufbau benötigen. Andererseits haben Laborerkenntnisse positive Ergebnisse, da sie zum Beispiel den Klimawandel nicht in Betracht ziehen. Um die positiven Testergebnisse für dünne mehrschichtige Dämmprodukte zu bestätigen, wurde ein neuer Ringversuchstest gestartet.

NORMAPME hat eine Kampagne gestartet, um die Interessen der KMU zu schützen, und hat dieses Hauptforschungsprogramm entworfen. Unsere wichtigsten Anliegen beinhalten:

  • Eine angemessene Vertretung in TC Sitzungen;
  • Eine Änderung der Entscheidung von CEN TC 89/ WG 12, traditionelle Tests für dünne mehrschichtige reflektierende Dämmmaterialien zu nutzen, und sich auf vorhandene Studien zu beziehen, welche von dem aktuellen Ringversuchstest gestützt werden.

OBEN

  • Vereinfachung der ETAG

Die europäische technische Zulassungsrichtlinie (ETAG) 001 ist die erste EOTA Richtlinie über Bauanker. Sie besteht aus 6 Teilen, 3 Anlagen und 2 technischen Berichten, und sieht 12 CE Optionen vor. Nach einer Reduzierung der Tests um 50% hat sie noch immer über 300 Seiten, voll von Querverweisen und Überschneidungen, welche für KMU ohne die Hilfe eines Spezialisten unverständlich sind. Außerdem sind die KMU dazu verpflichtet, zuerst eine ETA bei einer der Zulassungsinstitution zu beantragen, um zu wissen, welchen Anforderungen ihre Produkte entsprechen müssen. Seit 2004 arbeiten ECAP und NORMAPME an der Revision und Vereinfachung der ETAG 001, was zu einer Verringerung der Kosten und der Anzahl der Tests geführt hat.

Aufgrund eines Antrags von EOTA WG Bauanker im September 2005, die EOTA Richtlinie ETAG 020 über Plastikanker neu zu verfassen, haben Politecnico di Milano und NORMAPME in 6 Monaten eine komplette Revision von ETAG ausgearbeitet. Diese Revision forderte eine neue, drastisch vereinfachte, klare ETA sowie ein ETAG Format. Es wurde im April 2006 dem Generalsekretär und der DG Enterprise bei der Europäischen Kommission präsentiert. Beide neigten dazu, die Richtlinie zu vereinfachen, und forderten ECAP dazu auf, die Mitgliedsstaaten und EOTA Mitglieder über dieses neue Format zu informieren, um Unterstützung für den Prozess der Vereinfachung zu schaffen.

NORMAPME traf sich zweimal mit dem Management von EOTA und sagte aus, EOTA bei der Vereinfachung der Richtlinien die volle Unterstützung zu geben, und mit ETAG 020 zu beginnen, falls und wenn dies erforderlich ist. Der NORMAPME Experte förderte die vereinfachte ETAG und schaffte es, sie auf die Tagesordnung der EOTA Arbeitsgruppe (WG) zu setzen. Während der Sitzung im November 2006 äußerte die EOTA WG ihre negative Haltung bezüglich der technischen Vorschläge von ECAP über ETAG 020. Der gegebene Grund war, dass das gleiche Sicherheitsniveau der aktuellen ETAG 020 nicht bewahrt werden würde.

Beim letzten Meeting am 6. Februar 2007 beschloss EOTA TB, weder die Verringerung der Tests noch das neue ETAG Format, welches von ETAG 020 erläutert wurde, zu betrachten. Diese Entscheidung beendete die 10-monatige Arbeit von NORMAPME und ECAP. Des Weiteren ist die Haltung des TB nicht verständlich, da die ETAG WG eine positive Meinung zu dem neuen Format hatte.

Das NORMAPME Sekretariat hat die Europäische Kommission und EOTA kontaktiert, um vom EOTA TB einen Auszug aus der oben genannten Entscheidung zu bekommen. Bis jetzt haben wir keine Antwort vom EOTA TB bekommen, und wir versuchen, die Vereinfachung wieder auf die Tagesordnung zu setzen.

OBEN

 

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